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Rückschau 2019:

 

VERBLENDETE    TÖCHTER

 

Nach dem Roman
UNSERE TÖCHTER, DIE NAZINEN
von
HERMYNIA ZUR MÜHLEN

 

  von und mit
HELGA LEITNER

Aus der Aufzeichnung im  THEATER EXPERIMENT
( Alexander Nowotny )
wird demnächst ein Trailer
erstellt.

 

Dramaturgie und Regie: Günther V. WLACH

 Tontechnik: Walter Tatzgern

 

Rückschau:

 

URAUFFÜHRUNG Mai 2018

 

 

WAS JETZT, PROFESSOR HIGGINS ?
von Helga LEITNER  nach
G.B. SHAW´s PYGMALION
oder dem Musical MY FAIR LADY

  mit
Andrea Nitsche, Stefanie Elias, Jörg Stelling,
Thomas Bauer
und Alexander Nowotny

 

Dramaturgie und Regie: Günther V. WLACH

Regie- und Produktionsassistenz: Stefanie Gmachl
Licht- und Tontechnik: Manfred Nowotny / Walter Tatzgern

       
Produktion: THEATERGRUPPE MIMOSEN
Es war eine wunderschöne Serie von Vorstellungen. Einhellige
Meinung: Tolles Ensemble ! Und das Sück sollte im ganzen
deutschen Sprachraum auf und ab gespielt werden.

Trailer auf der Seite AKTUELL abrufbar.

Die Szenische Lesung mit dem selben Ensemble

war bereits im Festsaal der BV WIEDEN wie auch in der
Art Lounge des Cafe KORB und im L.E.O. ein großer Erfolg - bestens besucht, viel akklamiert, mit tollem feedback danach.

 

„Was jetzt, Professor Higgins?“:
Die Emanzipation der Eliza D.

 

17. September 2016 nach Anja Schmidt

 

„Was wäre, wenn…?“ steht als Frage über dem spannenden Stück
„Was jetzt, Professor Higgins?“ von Helga Leitner, das seine Präsentation mit einer szenischen Lesung im Festsaal der Bezirksvorstehung Wieden erlebte. Leitners Konversationsstück setzt 25 Jahre nach dem Ende von George Bernard Shaws „Pygmalion“ an: Henry Higgins, Professor für Sprachwissenschaft, war es gelungen, die junge Eliza Doolittle, eine Blumenverkäuferin aus einfachen Verhältnissen, zu einer Dame der feinen Londoner Gesellschaft samt entsprechendem Auftreten zu verwandeln. Shaws Stück endet, als Eliza den selbstgefälligen Higgins verlässt, weil dieser sie von oben herab behandelt.

 

In „Was jetzt, Professor Higgins?“ ist Eliza eine gestandene Unternehmerin, die sich sich mit einem Blumengeschäft selbstständig gemacht hat, und Mutter einer Tochter namens Viktoria, die Literaturwissenschaft studiert. Eliza und Higgins sind zwar kein Paar, aber einander mittlerweile in Freundschaft zugetan – hier folgt Leitner inhaltlich Shaws Nachwort, der ein „Happy End“ zwischen den beiden kategorisch ausgeschlossen hatte.

 

Leitners Dialoge sind sehr geschliffen und perfekt auf die jeweiligen Charaktere zugeschnitten. Im Verlauf des Stücks – ohne zu viel zu verraten – gerät die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ins Wanken, und auch Higgins trägt seinen Teil dazu bei, dass sich das quasifamiliäre Gefüge verformt. Die Autorin bringt zudem eine politische Komponente ins Spiel und thematisiert den Faschismus im Europa der 30er Jahre – in Form der Figur von Alfred, Viktorias Studienkollegen aus Deutschland.
Stimmige Atmosphäre mit raffinierten Spannungselementen
Regisseur Günther V. Wlach hat Leitners Stück mit dem spielfreudigen Ensemble der Theatergruppe Mimosen als szenische Lesung zur Aufführung gebracht. Wlach gelingt es, eine dichte, stimmige Atmosphäre herzustellen und setzt auf wohlüberlegte Spannungselemente, wie raffinierte Lichteffekte beim Auftritt von Doolittle, Elizas Vater. Perfekt ins Bild passen dazu die der erzählten Zeit nachempfundenen Kostüme von Charlotte Leitner.
Auch die Musikeinspielungen – von Bartóks drittem Klavierkonzert bis zu Werken von Britten, Hindemith und Strawinsky– tragen auf eindrucksvolle Weise zum Flair der Inszenierung bei.

 

Das Ensemble ist bestens aufeinander eingespielt und mit großer Leidenschaft bei der Sache:
Jörg Stelling mimt sehr überzeugend einen sprachverliebten, selbstzufriedenen Higgins, der es nicht lassen kann, Eliza in ihrem Ausdruck zu korrigieren. Als ebendiese beeindruckt Andrea Nitsche:
Ihre Eliza ist, allen Widrigkeiten zum Trotz, ein willensstarker Charakter, der allerdings von Tochter Viktoria gehörig herausgefordert wird.
Großartig anzuhören: jene Szenen, in denen die echauffierte Eliza in ihre alte Mundart zurückfällt.

 

Stefanie Elias glänzt als Viktoria und changiert als diese zwischen jugendlicher Aufmüpfigkeit und dem Eingeständnis ihrer Gefühle. Alexander Nowotny gefällt als Alfred, der durch seine Herkunft politische Brisanz ins Geschehen bringt. Thomas Bauer kommt als Elizas Vater Doolittle erst im zweiten Akt zum Einsatz: Sehr gekonnt stellt er den Müllkutscher dar, der seine familiären Verwicklungen bereinigen möchte. Alles in allem eine sehr gelungene Aufführung, der noch viele weitere Spieltermine zu wünschen sind!

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Publikumsstimmen nach der szenischen Lesung im Herbst 2016:

 

Tolle Idee, g´scheiter Text, treffliche Regie !

Prof. Günther Frank

 

Hat uns außerordentlich gut gefallen ! Sowohl Libretto ( Bravo ) als auch Umsetzung:Schauspieler, Regie, Musik ( ! ) sehr gut !

Prof. Konrad Leitner ( Musikakademie )

 

Danke für den wunderbaren Abend, war trotz Enge ein unvergessliches Erlebnis!

LG

Roland Buchner

 

MACHT DER REITER PLUMPS oder WAS HEISST HIER MISSBRAUCH

Theaterstück von Helga LEITNER

 

Uraufführung im THEATER SPIELRAUM im Oktober 2013

unterstützt von den Bezirken Alsergrund, Landstraße,Margareten und Neubau

 

mit

Anna DANGEL, Stefanie GMACHL, Marie JOHANNSEN,
Andrea NITSCHE, Herbert EIGNER und Alexander NOWOTNY

 

Musik: Maximilian WLACH
Choreographie des Vorspiels: Harald BALUCH
Technik: Manfred NOWOTNY
Dramaturgie und Regie: Günther V. WLACH

Maske: Marlene LENZ

 

Am gestrigen Abend war ich bei Ihrer Vorstellung!
Bin sehr berührt und nachdenklich nach Hause gekommen. 
Lebensnahe und wahre Begebenheiten großartig weitervermittelt.....
das ist Ihnen gelungen.
In meiner Aufgabe bei der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft 
habe ich unzählige Gespräche mit Hilfe von Trauma Experten 
Damen und Herren erlebt. Ich selbst habe die Ausbildung leider nicht,
gestern wurde mir abermals vieles klarer.
Viele Menschen sollen kommen das wünscht 
IHNEN ALLEN sehr
Waltraud Klasnic

 

Roland Schwarz - Pfarrer "Am Schöpfwerk":
„Macht der Reiter plumps“: Das Stück zeigt sehr feinfühlig die Mechanismen auf, die beim Missbrauch von Jugendlichen angewendet werden. Es wird nichts beschönigt, es ist aber auch nicht voyeuristisch. Obwohl die Thematik ernst und die Atmosphäre dadurch zeitweise bedrückend ist, genießt man als Zuseher aufgrund der schauspielerischen Leistung und des Arrangements dennoch fasziniert und gefesselt die Aufführung.
( Diese Meinung wurde auch von seiner Jugengruppe geteilt, die mit ihm die Aufführung besuchte. )

Unter den Meinungen von Menschen, die das Stück besuchten, herrschten vor: AUTHENTIZITÄT und KATHARSIS, sowohl bei Kapazitäten auf medizinischem Gebiet wie auch bei einer Besucherin, die als  ehemaliger geschlagener Heimzögling doppelt von der Thematik betroffen war.

 

BEMERKUNGEN DER SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER der
7. und 8. Klasse des BRG 18, Schopenhauerstraße, nach dem Besuch des Theaterstücks:

 

Ich fand das Stück sehr gut. Es hat mich auch zum Nachdenken gebracht !

Ich finde auch, dass die Hauptdarstellerin die Abneigung gegenüber dem Wort „Missbrauch“ gut erklärt hat. Die Behandlung des Themas war gut gemacht.

Es wurde nicht dramatisiert oder abgeschwächt, das Thema war dargestellt, ohne ein „großes“ Drama daraus zu machen.

Die Rollen waren interessant beleuchtet. Mir persönlich hat es gut gefallen, die verschiedenen Entwicklungen zu sehen. Auch die verschiedenen Arten, diese Ereignisse zu verarbeiten, und aber auch in einer gewissen Art gleich zu verarbeiten.

Der Anfang war ganz anders, als ich es mir vorgestellt hätte.
Als die Schauspieler angefangen haben, zu tanzen. Aber durch diese Tänze wurden sehr gut die Gefühle der einzelnen Personen ´rübergebracht.

 

Was ich sehr gut fand, war der Aufbau des Theaterstücks.
Weiters haben die einzelnen Schauspieler die Figuren super gespielt.
Auch dieses „Paar“ von zwei missbrauchten Personen, die ohne jegliche Berührung und Intimität zusammenleben, um einfach jemanden zu haben, der einen versteht, fand ich sehr interessant und gut dargestellt.

Ich fand es sehr spannend, zu sehen, wie sich der eine Charakter dem anderen geöffnet hat. Was ich mir noch immer sehr gut gemerkt habe, was ich auch am spannendsten fand, war die Erzählart der vier Jugendlichen, wie sie oft alleine beide Rollen als Täter und Opfer gespielt haben.

Was mir auch wirklich gut gefallen hat, war das Ende, wo alle vier vor dem Gericht waren, und man gesehen hat, was aus ihnen geworden ist, ob gut oder schlecht.

Ich bin aus dem Theater sehr berührt / betroffen gegangen, habe lange darüber nachgedacht und zu Hause auch mit meiner Mutter eine Unterhaltung geführt.

 

Das gesamte Leid geht vom Lehrer aus.

Missbrauch ist auch ein Machtspiel zwischen Täter und Opfer. Die Opfer sind introvertiert, zurückhaltend und verlieren ihr Selbstbewusstsein.
Die Täter sind in einer Machtposition und können so viel Druck ausüben.
Durch die ersten Szenen wird die Hilflosigkeit dargestellt.

 

Am Anfang, als die Hauptperson in ihr Tagebuch gesehen hat, haben andere einzeln getanzt und sind dann ins Freeze gegangen. Das Tanzen war intensiv, und die Musik dazu bedrohlich. Die Musik war auch eine Art „Thema“. Sie ist immer wieder gekommen, wenn der Lehrer „da“ war.

Die Entwicklung der 4 Jugendlichen zwischen Anfang und Ende ist sehr unterschiedlich. Sie wurden vom Lehrer auch anders misshandelt.
Da das eine Mädchen körperlich misshandelt wurde, ist ihr Absturz am stärksten.

Man denkt darüber nach, wie es einem selbst überhaupt geht.

Die Schauspieler haben mir gezeigt, mit welcher Angst man leben muss, wenn man missbraucht / gequält/ gekränkt wird.

 

Das Theaterstück hat mich lange zum Überlegen gebracht. Ich war nach dem Stück schockiert, wie es ausgegangen ist. Als Opfer wirst du missbraucht und hast in der Zukunft große Komplexe.

Jedes der Opfer hat in Zukunft große psychische Probleme.
Ich hatte eine Zeit lang auch Angst. Beispielsweise, als die Schauspieler gezeigt haben, wie sie missbraucht wurden, mit welcher Aggression/Angst/ Gewalt sie ständig leben mussten.

 

Noch immer werden Menschen missbraucht.

Doch jeder Mensch hat das Recht auf Freiheit. Kein anderer kann ihm diese wegnehmen. Jeder hat das Recht auf eigene Meinung, sein Leben so zu führen, wie er / sie mag.

Insgesamt denke ich, dass die Gewalt und der Missbrauch extremst gezeigt wurden. Natürlich ist das genau so gezeigt worden, wie es auch in der Wirklichkeit ist, aber für Personen wie mich, die so etwas noch nie miterlebt haben oder davon gehört haben, war es schon sehr hart.

Das Thema Missbrauch wurde von der Seite der Opfer beleuchtet, was ich zur Abwechslung sehr gut fand, denn meist erfährt man nie etwas darüber, was und wie es wirklich passiert ist.

 

Den Tanz am Anfang des Theaterstückes konnte ich zu Beginn nicht verstehen, auch wenn ich wusste, dass das Thema „Missbrauch“ ist.
Erst als der Tanz der Schauspieler zu Ende war, konnte ich mir etwas darunter vorstellen. Ich denke, dass die jeweilige Person ihre
( unterdrückten ) Gefühle ausdrücken wollte. ( Schreien, im Raum herumlaufen...) 

Das Stück hat sehr gut gezeigt, wie sich Menschen fühlen, die missbraucht werden und warum sie es zum Beispiel niemandem sagen. Am besten hat mir der Satz gefallen, als eine Schauspielerin gesagt hatte, warum man eigentlich „Missbrauch von Kindern“ sagt. Und sie fragte, ob es normal ist, ob man Kinder „gebrauchen“ kann.